die geburt

Sonntag, 24. September 2006

...

16.12.05
Um halb eins haben die wehen eingesetzt. ich war total unsicher, wann ich ins krankenhaus fahren soll. um vier uhr habe ich friedi angerufen, die mich bei der geburt begleitet hat. eine andere freundin, tina, fuhr mich ins krankenhaus. komischerweiße war ich überhaupt nicht nervös. nur froh, dass es endlich soweit war. um sieben uhr etwa kam dein papa in die klinik. er war unglaublich nervös, hatte angst und war weiß wie ein laken. ich hatte zwar schmerzen, aber im vergleich zu ihm, ging es mir blendend. kurz darauf wurde ich ins wehenzimmer gebracht. in diesem moment wollte ich aufgeben. nach hause gehen und schlafen. die schmerzen waren nicht zu ertragen. ich bettelte geradezu nach einer schmerzerleichterung. doch die hebammenschülerin anna (wir waren ihre examensgeburt), war mir eine riesen hilfe. zum einen war sie genauso aufgeregt wie ich, es war ja schließlich ihreprüfung, zum anderen haben wir uns total gut verstanden. sie hat mir unheimlich viel kraft geben können. letztendlich hat sie mich davon überzeugt, nur eine infusion mit leichtem schmerzmittel zu bekommen. das hat ungefähr eine stunde gewirkt, und das hat gereicht, um wieder kraft zu schöpfen. dein papa hat während der geburt draußen gewartet. unser verhältnis war zu dem zeitpunkt sehr angespannt, und ich hätte mich nicht wohl gefühlt, wenn er dabei gewesen wäre. um ca. 9 uhr war es dann endlich soweit, friedi und ich auf dem weg in den kreißsaal. ich war schon unheimlich erschöpft, aber es sollte noch einige stunden dauern, bis du das licht der welt erblickst.
im kreißsaal habe ich mich sehr wohl geühlt. alles ist in rot/orangetönen gehalten und das licht ist gedimmt. es roch auch nicht nach krankenhaus. vor erschöpfung musste ich schon wieder brechen, wie schon seit stunden.
dann, endlich, um 13.39 brachte ich dich zur welt. es war ein unglaublicher moment. plötzlich warst du da, lagst völlig hilflos zwischen meinen beinen. geschrien hast du nicht; deine augen waren weit geöffnet, und du ahst dich ruhig atmend umgesehen. du warst kaum voller blut oder käseschmiere und deine haut hatte keine falten. friedi und ich waren so angetan von dir. friedis ersts kommentar: "julia, dass ist das schönste baby auf der ganzen welt!"
du hast mich total überrascht. ich hatte mit einem baby gerechnet, dass eine schrumplige haut hat und schreit. deine haut war glatt und du warst still. vor allem aber warst du unglaublich hübsch.
gleich nachdem friedi die nabelschnur durchtrennte, wurdest du mir auf den nackten bauch gelegt, wo du auch die nächste stunde bliebst.
als ich versorgt war, wurdest du gebadet, gewogen (3840g), deine länge (52cm) und der kopfumfang (37,5cm!!!) gemessen und angezogen. dann kam dein papa und hat dich das erste mal gehalten. so weit ich es sehen konnte, hat er fast geweint und brachte auch nur ein "gott, er ist wunderschön" über die lippen.

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